Alles ins Lot – ISG und Atlas
Wie gesagt: Alles hängt mit allem zusammen. Daher überprüfe ich stets den ganzen Körper. Kommen Sie mit Nackenschmerzen, werde ich auch Ihr Becken untersuchen. Haben Sie Schmerzen am Ellenbogen, lohnt es sich, bestimmte Faszien am Rumpf zu prüfen. Keine Behandlung gleicht der anderen, weil die Ursachen sehr individuell sind. Den Iliosakralgelenken und dem Atlaswirbel widme ich jedoch besondere Aufmersamkeit, weil ihre Blockaden den gesamten Körper beeinflussen.
Die Iliosakralgelenke
Die beiden Iliosakralgelenke (kurz ISG) verbinden das Kreuzbein mit den Beckenschaufeln. Freie, nicht blockierte, Iliosakralgelenke sind eine Voraussetzung, um im Lot zu sein. Mit deren Blockade verändert sich die gesamte Statik. Dann sieht ein Bein länger aus, obwohl die Knochen gleich lang sind.
Mit einem blockierten ISG sitzt die Wirbelsäule auf einem schiefen Fundament. Sie macht dann Ausweichbewegungen, wegen denen sich die Muskulatur bis in den Nacken verspannen kann. Welche Probleme sich mit dieser Fehlhaltung entwickeln können, ist unter „Nerven entlasten“ zu lesen.
Sind die ISG frei von Blockaden, sollten ihre Beine wieder gleich lang aussehen. Mit einfachen Korrekturübungen können Sie Ihre ISG auch zu Hause blockadefrei halten. Bleiben Ihre Beine nach der ISG-Korrektur optisch unterschiedlich lang, müssen wir uns auch Ihren Atlas anschauen.
Der Atlaswirbel
Ein verkanteter Atlaswirbel kann sich auf den gesamten Körper negativ auswirken. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Erstens zwingt er die Wirbelsäule genau wie die Iliosakralgelenke in eine Ausweichbewegung – nur von oben – und damit den Körper in eine Fehlhaltung.
Zweitens gibt es vom Atlas aus direkte Verbindungen in den ganzen Körper. Die Region um die Kopfgelenke, zu denen Atlas, Dreher und Hirnstamm gehören, ist die Keimzelle des neu entstehenden Menschen. Von hier aus wächst der Embryo nach unten (Hals, Brust, Bauch, Lende, Becken) und oben (Kopf).
Dabei bilden sich direkte Nervenstränge von den Kopfgelenken z. B. zum Herzen, zum Magen-Darm-Trakt und zu den Nieren. Im Hirnstamm entspringt auch der Vagusnerv, der u. a. die Organe der Brust- und Bauchregion steuert.
Der Erfahrungsmedizin waren diese heute nachgewiesenen Verbindungen lange bekannt. Bei Kindern fällt der Zusammenhang zwischen Atlasproblemen und Konzentrationsstörungen, aber auch Angstzuständen und Einnässen auf. In der Osteopathie findet man bei Problemen mit den Kopfgelenken oft eine eingeschränkte Nierenbeweglichkeit. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist bei Schwindel, Tinnitus, Angst und Stress die Stärkung einer schwachen Nierenenergie der Therapieansatz.
Drittens ruht unser Schädel auf einer nur daumennagelkleinen Fläche des Atlaswirbels. Damit er nicht „herunterfällt“, muss unser Kopf von einem ausgeklügelten Muskelsystem gehalten werden, ohne seine hohe Beweglichkeit einzuschränken, die er dank dieser Konstruktion besitzt. Diese Muskulatur besitzt so viele Rezeptoren, wie kein anderer Körperbereich. Sie muss nämlich unseren Kopf sehr präzise steuern.
Für unsere Orientierung im Raum ist es erforderlich, dass unsere Augenachse horizontal steht. Eine Verkantung des Atlas kann unsere Eigenwahrnehmung und Körpersteuerung stören, somit viele Funktionen im gesamten Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Mögliche Symptome habe ich unten aufgelistet.
Da hier auch die 12 Hirnnerven vorbeiführen, die u. a. für unsere Sinne zuständig sind, hat der Atlas u. a. einen Einfluss auf Ohren oder Augen. Tatsächlich stellen Patienten nach einer Atlaskorrektur regelmäßig fest, dass sie plötzlich schärfer sehen können.
Wenn der Bereich der Kopfgelenke instabil ist, was durch eine Überdehnung der Haltemuskulatur z. B. nach einem Schleudertrauma eintreten kann, dann kann über eine Reaktion von Nerven oxidativer Stress entstehen, in der Folge Nährstoffmangel, der u. a. zum chronischen Fatiguesyndrom führen kann. Hier kann ich vorsichtig korrigieren und stabilisieren. Mehr zu diesem komplexen Thema bei Dr. Bodo Kuklinski, der sich unter seinem Begriff Mitochondriopathie intensiv damit befasst.
Mögliche Symptome
Ich wende verschiedene Methoden an, unter anderem die Vitalogie, um den Atlas zu richten. Bei folgenden Symptomen kann eine Korretur des Atlaswirbels hilfreich sein.
Wenn der Bewegungsapparat durch Atlasfehlstellung aus dem Lot geraten ist:
- Kopfschmerz und/oder Schwindel bzw. Gleichgewichtsstörungen
- eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes, Steifheit
- Verspannungen von Schultern und Nacken
- Sehstörungen
- Kribbeln in Händen bzw. Armen und Beinen
- Rückenschmerzen und Beckenschiefstand
Wenn eine Atlasfehlstellung Fehlaktivitäten des Vegetativen Nervensystems bewirkt:
- Temporärer Bluthochdruck (Hypertonie)
- Herzrhythmusstörungen
- Gefühlsstörungen im Mund
- Schluckbeschwerden
- Tinnitus
- Probleme mit der Wärmeregulation der Extremitäten
- Erhöhte Erregbarkeit und Reizbarkeit im Alltag
- Ungleichgewichte im Hormonhalt (und daraus resultierende Folgen)
- Störung der Verdauungsfunktion
- Plötzliche Schlafstörungen