HP Matthias Behnke
0175 - 166 94 23

Narben als Quelle von Beschwerden

Manche Narben, egal ob sie durch eine Operation oder eine Verletzung entstanden sind, können schwere Störungen auslösen, während andere problemlos abheilen. Warum das so ist, weiß man nicht. Narben lassen sich aber mit verschiedenen Methoden gut entstören. Bekannt ist das Unterspritzen der Narben in der Neuraltherapie. Narben lassen sich auch manuell entstören. So mache ich das. Die Methode ähnelt der Faszientherapie.

Die meisten Narben sind unauffällig

Den meisten Narben schenken wir nach der Abheilung einer Wunde gewöhnlich keine Beachtung mehr. Sie sind weich und elastisch, bleiben unauffällig. Bei Beschwerden, für die keine Ursache gefunden wird, ziehen Sie ruhig einmal ihre Narben als möglichen Auslöser in Betracht. Zumal diese Beschwerden auch weitab von einer Narbe auftreten können.

Narben als Störfelder

Druckempfindliche, schmerzhafte und juckende Narben sind immer ein Störfeld. Das gilt auch für Narben, die taub oder wie festgeklebt sind, sich also nicht in der Haut hin und her schieben lassen.

Häufig entwickeln sich an Narben und in ihrer Umgebung Bindegewebs-Verspannungen. Sie verfestigen sich im Laufe der Jahre immer weiter, bis Schmerzen oder Missempfindungen auftreten.  Das liegt daran, dass schlecht verheilte Narben Blockaden verursachen.

Die verklebten Gewebsschichten sind meist schlecht durchblutet, so dass die Mikrozirkulation im Narbengewebe und seiner Umgebung gestört wird. Das behindert den An- und Abtransport von Nähr- und Abfallstoffen über das Blut.

Wenn ich bei einer Narbe Verwachsungen, Verhärtungen, Verklebungen oder Verspannungen ertaste, ist diese Narbe möglicherweise im Körper für funktionelle Störungen verantwortlich. Bei diesen sogenannten sklerotischen Narben lässt sich das harte, zusammengezogene Gewebe lösen. Bei einer länglichen Narbe ist meist nur ein Teilbereich betroffen – und auch ihr Umfeld.

Symptome durch Narben

Wenn Narben Beschwerden verursachen, können sich Schmerzen bei bestimmten Bewegungen unangenehm bemerkbar machen. Vielleicht spüren Sie ein Ziehen und dumpfes Bohren, vielleicht haben Sie Missempfindungen wie Taubheitsgefühle, Kribbeln, Jucken, Kälte- oder Hitzegefühle.

Vereinzelt gibt es auch ein Gefühl, als würde eine Hautpartie ständig nass sein. In Wirklichkeit ist der betreffende Bereich nicht nass sondern kühl und verspannt. An diesem Beispiel lässt sich gut erkennen, dass gereizte Nerven irreführende Signale aussenden können. Das ist nicht nur bei Narben so sondern auch bei chronisch verspannten Faszien.

Und das ist wiederum ein Hinweis darauf, dass die Missempfindungen hier von den feinsten Nervenenden in der Haut und aus dem Bindegewebe unter der Haut ausgehen. Wenn die Narbe durch eine Operation entstanden ist, muss bei Beschwerden also nicht gleich ein Nerv verletzt oder gar durchtrennt worden sein, so dass die normale Empfindung wieder hergestellt werden kann.

Wenn auch das Umfeld der Narben chronisch verspannt ist, können durch Narben sogar Fehlhaltungen entstehen. Auch hier gilt meine Aussage vom Anfang dieser Webseite: „Alles hängt mit allem zusammen“.

Beipiele aus meiner Praxis

  • Eine Patientin blieb regelmäßig mit ihrem linken Fuß an kleinen Kanten hängen, wobei sie häufig stürzte. Sie hatte seit ihrer Hüftgelenksoperation eine Fußheberschwäche. Nachdem ich ihre Operationsnarbe entstörte, konnte sie ihren Fuß wieder besser heben und stürzte seitdem nicht mehr.
  • Auch wenn die Narbe oberflächlich gut aussieht, sind manchmal in der Tiefe Verhärtungen und Verwachsungen zu spüren. Wenn ich diese z. B. bei einer Kaiserschnitt-Narbe auf der rechten Seite löse, kommt es vor, dass auf der selben Seite das Bein plötzlich von Wärme durchströmt wird und es sich angenehm frei und leicht anfühlt.
  • Bei der minimalinvasiven Chirurgie werden heute große Narben vermieden. Dennoch können auch sie Probleme verursachen. Manchmal findet sich ein Störfeld entlang des Stichkanals in der Tiefe, das behandelt werden muss.